Striktes NEIN zur P53-Leitung

Die Kommunalpolitiker der CSU im nördlichen Landkreis Roth sprechen sich klar gegen die sogenannte Südvariante der Juraleitung P53 aus. Diese würde mit einem Umweg von elf Kilometern südlich von Schwabach vorbeiführen und viel Natur- und Kulturlandschaft zerschneiden. Diese Position haben die CSU-Kommunalpolitiker nach einem Gespräch mehrerer CSU-Mandatsträger und -Kandidaten aus dem südlichen Großraum Nürnberg mit zwei Tennet-Vertretern formuliert.

Volker Bauer, CSU-Kreisvorsitzender in Roth und Landtagsabgeordneter, erklärt: „Wir als CSU im Landkreis Roth sind seit April im Dialog mit Kommunen, Naturschützern, Land- und Forstwirten sowie dem Energiebündel. Nach vielen Gesprächen, auch mit den Bürgern, favorisieren wir den Bau der Juraleitung auf oder nahe der Bestandstrasse mit einer neuen Abstandsoptimierung zur Wohnbebauung. In dem kurzen Siedlungsbereich setzen wir gegebenenfalls auf Erdverbabelung.“ Ziel müsse eine „verträgliche Lösung für Mensch und Umwelt sein“. Dies werde am besten in der Nähe der Bestandstrasse erreicht, unterstreicht Bauer. Der Eingriff in Natur und Landschaft wäre mit der „Südvariante“ deutlich stärker, wie auch der Bund Naturschutz betont.

„Eine Narretei“

„Es ist eine Narretei, eine elf Kilometer lange Leitung durch schöne Landschaft zu ziehen, während nördlich von Schwabach seit mehr als 80 Jahren eine Bestandstrasse existiert, die von der Bevölkerung akzeptiert ist“, formuliert Wolfram Göll, Bürgermeisterkandidat in der CSU in der Gemeinde Kammerstein. Göll weist insbesondere darauf hin, dass die „Südtrasse“ einen komplett neuen Verlauf nähme, also ganz neu gezogen werden müsste – und in der Folge eine wertvolle Landschaft einschließlich vieler Wälder verschandelt würden. Zudem sei unklar, ob die Trasse überhaupt technisch möglich sei, da im Bereich des Autohofs Schwabach-West mit der dortigen Tankstelle jegliche „Überspannung“ verboten sei, was die Tennet-Manager selbst als Problem bezeichnet hätten.

Cornelia Griesbeck, CSU-Kreisrätin und Bezirksrätin aus Wendelstein, unterstreicht, dass die Wendelsteiner Kommunalpolitiker sich „bereits seit mehreren Jahren mit den Ausbauplänen für die Juraleitung“ befasst hätten, da die bisherige 220-kV-Leitung mitten durch das Siedlungsgebiet von Wendelstein verläuft. Griesbeck: „Bürgermeister, Gemeinderat und interessierte Bürger, die zum Teil über ein profundes Wissen über Stromleitungen verfügen, haben nach einer für Mensch und Natur verträglichen Trassenalternative gesucht.“

CSU Wendelstein zeigt Alternativtrasse auf

Und in der Tat habe man eine Alternativtrasse gefunden, so Griesbeck: eine „kleine Südumfahrung der Großgemeinde Wendelstein“ auf einer alten 110-kV-Trasse. Diese „kleine Wendelsteineer Südumfahrung“ habe man Tennet für deren weitere Planungen vorgeschlagen, unterstreicht die Bezirksrätin. Sie wäre mit einer Erdverkabelung im Bereich Wolkersdorf-Katzwang kombinierbar.

„Grundsätzlich ist zu überprüfen, ob schon alle Möglichkeiten mit bestehenden Trassen in Erwägung gezogen wurden“, meint Adrian Schöll, CSU-Bürgermeiserkandidat für Rohr. Er zeigt sich enttäuscht darüber, dass „es keine weiteren Möglichkeiten gibt als einen Ersatzneubau der bestehenden Trasse oder der sogenannten Südumfahrung P53“.

Neuplanung gefordert

Schöll kritisiert: „Ich sehe nur – und zwar in enger Zusammenarbeit der Bevölkerung in Regelsbach und Leitelshof sowie den Bürgerinitiativen – die Möglichkeit des Ersatzneubaus nahe der bestehenden Trasse.“ Der Rohrer CSU-Bürgermeisterkandidat unterstreicht: „Die P53-Südtrasse würde mit Überbauung von Landschaftsschutz-Gebiet und Bannwald massive Umweltschäden bedeuten.“

„Die Planung ist meiner Sicht nach noch nicht ideal gelöst“, meint Joschi Leisinger (CSU), Zweiter Bürgermeister in Rednitzhembach, zur Juraleitung P53. Er forderte, Tennet müsse „den Schutz der Bevölkerung und der Natur berücksichtigen“. Dies sei etwa „durch eine großräumige Umgehung unseres Ballungsraumes“ möglich. In jedem Fall wünscht sich Leisinger eine „neue Alternative zu den bisherigen Vorschlägen“.

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