Heidenberg als Schlüssel zum sanften Tourismus stärken

Er gehört zwar überwiegend nicht zum Gebiet der Gemeinde Kammerstein, sondern ist als Bannwald zum größten Teil ausgegliedert. Dennoch ist er ein Pfund, mit dem die Gemeinde Kammerstein vor allem touristisch ausgesprochen gut wuchern könnte. Der Heidenberg befindet sich nach Meinung von CSU-Bürgermeisterkandidat Wolfram Göll in dieser Hinsicht gegenwärtig jedoch eher in einer Art Dornröschenschlaf.

Rund um die alten Geschichten und Sagen wollen wir den sanften Tourismus wieder besser fördern.

Wolfram Göll

Daraus will ihn Göll aufwecken, wenn er zum Bürgermeister der Gemeinde Kammersteins gewählt werden sollte. „Mir ist es wichtig, Waldumbau und Jagd hier für die Bürger der Region transparent zu machen sowie deren Bedeutung für den Naturschutz zu erklären“, so Wolfram Göll. „Rund um die alten Geschichten und Sagen wollen wir den sanften Tourismus wieder besser fördern.“ Wandern, lernen und staunen, gut essen und trinken: Der Heidenberg als Kreuzungspunkt historischer Handelsstraßen von West nach Ost und Nord nach Süd sowie Schauplatz alter Sagen biete hier zahlreiche Anknüpfungspunkte.

Märchenhaft anmutende Geschichten

Denn der zwölf Quadratkilometer große bewaldete Höhenzug zwischen Kammerstein und Büchenbach ist nicht nur ein Naherholungsgebiet der Extraklasse, das schon heute zu vielen Outdoor-Aktivitäten einlädt. In dem teilweise geheimnisvoll und märchenhaft anmutenden Forst erwarten Wanderer auf dem „Sagenweg“ auch allerlei Mythen und Schauergeschichten.

Auf 22 Tafeln entlang eines 14 Kilometer-Rundwegs erfährt der Wanderer spannende Geschichten aus der Region: Angeblich liegt Hunnenkönig Attila hier begraben, Herzog Ernst als Gegenspieler der Hunnen soll bei Kühedorf den Tod gefunden haben und auf der Ofenplatte werden angeblich Teufel beschworen.

Wozu diente das „Luderloch“?

Einer der mysteriösesten Orte des Sagenwegs ist das „Luderloch“, ein Eingang zu einem heute verschütteten Gang, dessen einstige Funktion nicht mehr bekannt ist. Die bekannteste Sage um einen Schatz im Heidenberg verweist auf das „Luderloch“. Anfang der 1990er Jahre hat es der Kammersteiner Landtagsabgeordnete Volker Bauer gemeinsam mit dem verstorbenen Karl Lehner auf eigene Initiative ehrenamtlich freigelegt.

Martin Bek-Baier, ehemaliger evangelischer Pfarrer in Kammerstein, war es, der den Sagenweg 1999 gemeinsam mit dem Rother Historiker Ralf Rossmeissl und der Gemeinde aus der Taufe gehoben hat. Neben der Gemeinde Kammerstein beteiligten sich Büchenbach und Schwabach an der Finanzierung. Seit 1999 findet im Heidenberg auch ein „Sagenfest“ statt, dessen Leitung Bek-Baier bis 2016 inne hatte.

Treffen mit Martin Bek-Baier

Kein Wunder also, dass sich Wolfram Göll kürzlich mit dem Sagenweg-Experten Bek-Baier traf, um die Potentiale entlang der mystischen Wanderstrecke auszuloten. Dabei vereinbarten sie weitere Termine: Um zum Experten der historischen Welt des Heidenbergs zu werden, will Göll sich von Bek-Baier zum „Sagenweg-Führer“ ausbilden lassen.

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