Afrika unterstützen – aber richtig!

Hauptursache für Flucht aus Afrika ist Krieg“, stellt Klaus Steiner fest, der entwicklungspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion. Allerdings, so Steiner weiter, sind die weitaus meisten derjenigen, die aus Afrika nach Europa und Deutschland kommen, im Grunde keine Flüchtlinge, sondern einfach Auswanderer auf der Suche nach einem Job mit gutem Gehalt. „Und es sind die Besten, die ihre Heimat verlassen und sich auf den Weg nach Europa machen.“

Investoren engagieren sich erst, wenn Sicherheit, Infrastruktur und Personal gewährleistet sind.

Klaus Steiner

Bei der CSU Kammerstein hat Klaus Steiner über die Entwicklungs-Zusammenarbeit Bayerns in Afrika referiert. Schließlich gibt der Freistaat 20 Millionen Euro jährlich für Projekte aus. Sie fließen vor allem in den Senegal, nach Tunesien, die Westkap-Region und Äthiopien. Auf diese vier Regionen konzentriert sich Bayern gemäß Absprachen mit anderen Bundesländern und EU-Staaten.

Verwaltung, Polizei und Militär stärken

Steiner plädierte vor allem für Ausbildung vor Ort, aber auch für Stärkung der Verwaltung, der örtlichen Polizei und des Militärs. „Investoren engagieren sich erst, wenn Sicherheit, Infrastruktur und Personal gewährleistet sind“, ist Steiner überzeugt.

Das Geld aus Bayern verbessert die Lebensbedingungen in Afrika und verringert im Idealfall die Zuwanderung nach Europa.

Wolfram Göll

Für den Kammersteiner CSU-Bürgermeisterkandidaten Wolfram Göll sind die 20 Millionen Euro aus dem Haushalt des Freistaats gut angelegtes Geld. „Das Geld aus Bayern verbessert die Lebensbedingungen in Afrika und verringert im Idealfall die Zuwanderung nach Europa.“ Jeder Euro dort wirke wie 20 Euro bei uns, zitierte Wolfram Göll Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU).

Warnung vor Neokolonialismus

Zugleich wandte sich Steiner dagegen, Afrika als Reservoir für billige Arbeitskräfte für Deutschland zu sehen. „Das wäre Neokolonialismus“, so Steiner. Vielmehr müsse man die duale Ausbildung stärken, damit in den Ländern Afrikas die Produktion in Gang komme. Bislang würden auf dem ganzen Kontinent lediglich sieben Prozent der Weltgüter produziert, vier Prozent allein in Südafrika. „Wenn Afrika lernt zu produzieren, kann der Kontinent explodieren, denn er ist steinreich“, erklärte der CSU-Politiker.

Afrikaweit sind 500 Kohlekraftwerke geplant. Wenn die alle gebaut werden, kann man Fridays for Future vergessen.

Klaus Steiner

Dafür sei insbesondere mehr Wissenstransfer erforderlich, nicht unbedingt mehr Geld. Steiner wollte das vor allem mit Blick auf Energieerzeugung verwirklicht sehen. „Afrikaweit sind 500 Kohlekraftwerke geplant“, rechnete er vor. „Wenn die alle gebaut werden, kann man Fridays for Future vergessen“, so Steiner.

Dorfkind mit Fernweh

Klaus Steiner bezeichnet sich selbst als „Dorfkind“: Er stammt aus dem oberbayerischen Übersee, war aber schon immer fasziniert von der weiten Welt. Nächstenliebe und das christliche Menschenbild haben Klaus Steiner bereits als 18-jähriges Mitglied der Katholischen Jugend für die Entwicklungspolitik begeistert.

Klaus Steiner ist der Fachmann schlechthin im Landtag, wenn es darum geht, Projekte der Entwicklungszusammenarbeit zu begleiten.

Volker Bauer

15 Mal war Steiner seither allein in Lateinamerika, hat ein Krankenhaus-Projekt in Tansania auf die Beine gestellt und drei Schulen für Massai gegründet. „Mein Kollege Klaus Steiner ist also der Fachmann schlechthin im Landtag, wenn es darum geht, Projekte der Entwicklungszusammenarbeit zu begleiten“, betonte der Rother CSU-Landtagsabgeordnete Volker Bauer, der Steiner nach Kammerstein eingeladen hatte.

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